„Die Stumpfheit und die Weisheit …

…treffen sich auf der gleichen Stufe der Empfindung und der Entschlossenheit im Erleiden der menschlichen Widerwärtigkeiten: die Weisen bezwingen und beherrschen das Ungemach, und die anderen nehmen es nicht wahr: diese bleiben sozusagen unterhalb der Widerwärtigkeiten, jene sind über sie hinaus; nachdem sie deren Bewandtnis reiflich gewogen und erwogen, sie durchmessen und für das erkannt haben, was sie sind, heben sie sich durch die Kraft eines standhaften Herzens über sie empor; sie verachten sie und treten sie unter die Füße, da ihre Seele stark und fest genug ist, daß die Pfeile des Glücks, die gegen sie anstürmen, an ihr zersplittern und abprallen müssen, weil sie auf einen Körper treffen, in den sie nicht eindringen können: die gewöhnliche und mittlere Gattung der Menschen befindet sich zwischen diesen beiden äußeren Grenzen, im Haufen derer, die das Ungemach wahrnehmen, fühlen und nicht zu ertragen vermögen.“

(Montaigne, Essais, Von der nichtigen Spitzfindigkeit)

Unendlich weise oder vielleicht ein bißchen banal?  Selbst wenn letzteres der Fall sein sollte, ich weiß es nicht,  bleibt eine tolle Satzperiode mit richtig viel Wums.

 

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