Bundestagswahl 2009 – Eindrücke

Akademiker im Wahlkampf

Früher machten wahlkämpfende Politiker im Regelfall mit ihren akademischen Graden keine Reklame, sondern verschwiegen sie. Warum? Um keine zusätzliche Distanz zum Wahlvolk zu schaffen? Heute dagegen bittet nicht nur Dr. Guido Westerwelle um meine Stimme für die F.D.P., damit Leistung sich wieder lohnt, auch Dr. Gesine Lötzsch (Die Linke) fordert das Wahlvolk von Lichtenberg auf, sie direkt in den Bundestag zu  wählen, damit es wieder gerecht zugeht, im Land.. In Treptow-Köpenick tritt Prof. Dr. Niels Korte für die CDU an, verzichtet allerdings darauf, ähnlich subtil und differenziert zu arbumentieren wir Dres. Lötzsch und Westerwelle, sondern verläßt sich auf sein gewinnendes Lächeln und die Kraft seines durch Habilitation nachgewiesenen überlegenen Intellekts.

Ob er damit gegen Dr. Gregor Gysi bestehen kann, der ganz alte Schule ohne den Dr. in den Wahlkampf zieht, wird sich weisen.

Helmut Schmidt
Die Sehnsucht nach Helmut Schmidt wird mehr oder weniger deutlich in den Medien artikuliert. Sehr deutlich in einer Kolumne, die Harald Martenstein für den Tagesspiegel geschrieben hat, in der beschrieben wird,  wie die SPD in letzter Minute das Ruder herumreißt, indem sie Frank-Walter Steinmeier als Kanzlerkandidat gegen Helmut Schmidt austauscht.

Wo kommt diese Sehnsucht nach Helmut Schmidt her? Haben die Menschen ein Bedürfnis, von Leuten regiert zu werden, die Kette rauchen, Klavier spielen und sich in langen Jahren den Beinamen Schnauze verdient haben? Und das zu recht? Meine Erinnerung an die Zeit der sozialliberalen Koalition sind recht vage, aber hören sich Terroristen-Probleme, ständig steigende Arbeitslosigkeit trotz verschiedenster Maßnahmen der Regierung, die keine spürbare Abhilfe bringen, Koalitionsstreitigkeiten und eine außenpolitische Situation, die bei unkontrollierter Eskalation zur Vernichtung der Menschheit führt, nicht ziemlich aktuell an?

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