Saturday Night Fever

Ich habe den Film 1978, als er in die deutschen Kinos kam, absichtlich nicht gesehen. Aus präpubertärer Ablehnung der Disco-Welle oder in vorauseilendem Gehorsam gegenüber meinen Eltern? Ich weiß es nicht mehr.

Das Anschauen des Films wollte ich jetzt nachholen, einmal, weil ich zwischenzeitlich erfahren hatte, dass der von mir vergötterte Nik Cohn die zugrunde liegende Geschichte geschrieben hatte, zum anderen aber auch aus Neugier darauf, was die Mädchin in meiner Klasse 1978 so begeistert hatte. Nicht überrascht hat mich, dass ich einen Film mit sehenswerten Tanzszenen (beim Formationstanz in der Disco kamen lage verschüttete Erinnerungen aus der Tanzstunde von 1981 hoch) und einer lausigen Story zu sehen bekam. Der Film handelt neben einer Liebesgeschichte eine Reihe vn Problemfeldern (Teenagerschwangerschaften, Bruder will kein Priester mehr sein, Eltern- und Familien-Blues sowie Fragen von Selbstverwirklichung und gesellschaftlichem Aufstieg) lustlos, klischeehaft und teilweise auch inkonsequent ab.

Erstaunt war ich aber darüber, was man 1977 einem jugendlichen Millionenpublikum gezeigt hat.: Amphetaminkonsum, recht explizite Sexszenen, z.T. mt Gewalt gegen Frauen und unflätige Sprache.

Haben die Mädchen aus meiner Klasse 1978 diese Dinge auch so wahrgenommen? Warum haben Sie nicht davon erzählt?

Kein Film, den ich mir noch mal anschauen werde, schon gar nicht mit meinen Kindern. Positiv ist allein die Feststellung, dass die Musik der Bee Gees im Film um Klassen besser ist als ich sie in Erinnerung hatte. „Staying Alive“ ist verdammt funky.

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